Imbiss-Großhandel: Einkauf für Döner, Pizzeria und Schnellgastronomie - Warenkorb, Lieferanten, Verpackungsrecht und Hygiene

Zusammenfassung: Ein Imbiss kauft meist bei drei Arten von Lieferanten ein. Dönerproduzenten und Fleischgroßhändler liefern die Spieße, meist tiefgefroren. Imbiss- und Gastronomiegroßhändler liefern Pommes, Saucen, Brot, Käse, Getränke und To-go-Verpackungen. Ein Abholmarkt (Cash & Carry) deckt Nachkäufe ab. Beim Dönerspieß entscheidet das Etikett des Herstellers darüber, ob Sie "Döner Kebab" oder "Drehspieß" auf die Karte schreiben dürfen. Bei Pommes gelten die Minimierungsmaßnahmen der Acrylamid-Verordnung, darunter höchstens 175 °C Frittiertemperatur. Seit dem 12. August 2026 regelt das Verpackungsrecht-Durchführungsgesetz (VerpackDG) die Mehrwegangebotspflicht und die Registrierung im Verpackungsregister LUCID. Ab Februar 2027 und Februar 2028 kommen weitere Pflichten aus der EU-Verpackungsverordnung hinzu.

Im Verzeichnis von Lebensmittel-Großhandel.info führen über 370 Großhändler Non-Food- und Gastrobedarf und über 320 Convenience-Produkte. Neun Einträge tragen "Döner" oder "Kebab" bereits im Firmennamen. Dieser Ratgeber zeigt, wie Sie aus diesem Angebot einen passenden Lieferantenmix für Imbiss, Dönerladen, Pizzeria oder Mittagstisch zusammenstellen. Wenn Sie gerade erst eröffnen, finden Sie Kundenkonto, Mindestbestellwerte und Zeitplan im Ratgeber Lieferanten für die Restaurant-Eröffnung.

Der typische Warenkorb eines Imbisses

Der Einkauf in der Schnellgastronomie ist schmal, aber mengenintensiv. Wenige Kernartikel machen den Großteil des Wareneinsatzes aus, dazu kommen Verpackung und Reinigungsmittel. Die folgende Übersicht ordnet die Warengruppen den Lieferanten zu, bei denen sie üblicherweise gekauft werden.

Warengruppe Typische Artikel Übliche Bezugsquelle Worauf achten
Drehspieße Kalb-/Rind-, Hähnchen-, Putenspieße in verschiedenen Größen Dönerproduzent, Fleischgroßhandel Bezeichnung auf dem Etikett, Tiefkühlung, Halal-Nachweis bei Bedarf
Kartoffelprodukte TK-Pommes, Wedges, Kroketten Imbiss-/Gastrogroßhandel, Tiefkühlkost-Großhandel Zubereitungsangaben des Herstellers (Acrylamid)
Frittierfett Frittieröl, Frittierfett im Block Gastrogroßhandel, Abholmarkt Hitzestabilität, Gebindegröße passend zur Fritteuse
Brot Fladenbrot, Dürüm-Fladen, Burger-Brötchen, TK-Baguette Bäckerei, türkischer Großhandel, TK-Großhandel Frische oder Tiefkühlung, Allergene
Saucen und Dressings Knoblauch-, Kräuter-, Cocktailsauce, Mayonnaise, Ketchup, Currysauce Gastrogroßhandel, Hersteller Zusatzstoffe und Allergene für die Speisekarte
Käse Pizzakäse, Gouda gerieben, Hirtenkäse Gastrogroßhandel, italienischer oder türkischer Großhandel Genaue Bezeichnung für die Karte übernehmen
Frischware Salat, Tomaten, Zwiebeln, Gurken, Rotkohl Frischegroßhandel, Großmarkt Lieferrhythmus, Kühlung
Getränke Softdrinks, Ayran, Wasser Getränkegroßhandel, Abholmarkt Pfand, Kühlkapazität
Verpackung Dönerboxen, Pizzakartons, Menüboxen, Becher, Tragetaschen Verpackungs- und Imbissgroßhandel Mehrwegalternative, LUCID, PFAS-Nachweis

Für Pizzerien kommen Mehl, Tomatenprodukte und italienische Spezialitäten hinzu. Diese beziehen viele Betriebe über Großhändler für internationale Lebensmittel. Wer einen Mittagstisch mit deutscher Küche anbietet, kauft zusätzlich Bratwurst, Schnitzel, Beilagen und Convenience-Komponenten. Das Sortiment deckt sich weitgehend mit dem Bedarf der übrigen Gastronomie.

Dönerspieß: Was das Etikett über die Qualität verrät

Der Dönerspieß ist beim Imbiss der teuerste Einzelartikel und der Artikel mit den meisten Kennzeichnungsfragen. Maßgeblich ist Nummer 2.1.4.2 der Leitsätze für Fleisch und Fleischerzeugnisse des Deutschen Lebensmittelbuchs [1]. Die Leitsätze sind kein Gesetz. Sie beschreiben die allgemeine Verkehrsauffassung, an der die Lebensmittelüberwachung Bezeichnungen misst.

Döner Kebab besteht danach aus dünnen Fleischscheiben auf einem Drehspieß. Ausgangsmaterial ist grob entsehntes Schaf- und/oder Rindfleisch. Ein mitverarbeiteter Hackfleischanteil beträgt höchstens 60 Prozent. Außer Salz und Gewürzen sowie gegebenenfalls Eiern, Zwiebeln, Öl, Milch und Joghurt enthält Döner Kebab keine weiteren Zutaten [1].

Hähnchen- oder Puten-Döner Kebab wird aus Geflügelfleisch hergestellt, ohne wie Hackfleisch zerkleinertes Fleisch. Der Hautanteil beträgt höchstens 18 Prozent [1].

Das aktuelle Merkblatt des Arbeitskreises der Lebensmittelchemischen Sachverständigen (ALTS), veröffentlicht vom Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (Stand 8/2026), unterscheidet drei Stufen [2]:

  1. Leitsatzkonform: Die Bezeichnung lautet "Döner Kebab", "Puten-Döner Kebab" oder "Hähnchen-Döner Kebab".
  2. Abweichung mit Kennzeichnung: Der Charakter bleibt erhalten, es sind aber zum Beispiel Paniermehl, Trinkwasser, Sojaeiweiß, Stärke oder Fleisch einer anderen Tierart enthalten. Dann gilt etwa "Döner Kebab mit Paniermehl" oder "Puten-Döner Kebab mit Paniermehl und Sojaeiweiß".
  3. Erzeugnis eigener Art: Mehr als 60 Prozent Hackfleisch, mehr als 18 Prozent Geflügelhaut, Separatorenfleisch oder Schweinefleisch. Hier ist eine beschreibende Bezeichnung ohne das Wort "Döner" nötig, etwa "Hackfleischdrehspieß vom Rind mit Trinkwasser".

Für den Einkauf hat das eine praktische Folge. Wer Spieße bezieht, muss die Bezeichnung des Herstellers oder Händlers verwenden. Weicht der Imbiss davon ab, trägt er die volle kennzeichnungsrechtliche Verantwortung [2]. Eine Speisekarte mit "Döner Kebab*" und einer Fußnote wie "mit Paniermehl" gilt laut Merkblatt in der Regel als irreführend [2]. Zulässig ist ein Platzhalter wie "Drehspießfleisch", wenn an anderer Stelle klar erklärt wird, woraus der Spieß besteht [2]. Nach einem Merkblatt des Ilm-Kreises darf der Firmenname mit dem Wort "Döner" bestehen bleiben, auch wenn Drehspieß verkauft wird [3].

Tipp für die Lieferantenauswahl: Lassen Sie sich vor der ersten Bestellung das Etikett oder die Spezifikation jedes Spießtyps geben. Der Preisunterschied zwischen Döner-Kebab-Qualität und Drehspieß ist nur vergleichbar, wenn Sie auch die Bezeichnung vergleichen, die Sie danach auf die Karte schreiben dürfen. Für halal-zertifizierte Ware lesen Sie ergänzend unseren Ratgeber zum Halal-Lebensmittelgroßhandel. Im Verzeichnis sind über 30 Großhändler mit Halal-Sortiment gelistet. Worauf Sie bei Fleischlieferanten allgemein achten sollten, etwa Kühlkette und Zertifizierungen, beschreibt der Ratgeber Fleisch- und Wurstgroßhandel.

Pommes, Frittierfett und Acrylamid

Pommes frites fallen unter die Verordnung (EU) 2017/2158 zur Senkung des Acrylamidgehalts, die seit dem 11. April 2018 gilt [4]. Kleinere gastronomische Betriebe und Imbiss-Stände wenden die Minimierungsmaßnahmen nach Anhang II Teil A an. Für Systemgastronomie und Ketten gelten nach Anhang II Teil B strengere Vorgaben, etwa zentral organisierte Probenahmen [5][6]. Zu den Maßnahmen für frittierte Kartoffelprodukte gehören [6]:

  • Tiefkühlprodukte nach den Zubereitungsangaben des Herstellers frittieren.
  • Die Frittiertemperatur von 175 °C nicht überschreiten.
  • Farbtabellen in der Nähe der Fritteuse aufhängen, die den optimalen Bräunungsgrad zeigen.
  • Frische Kartoffeln nicht unter 6 °C lagern, nach dem Schälen waschen und, wenn möglich, in warmem Wasser einlegen.

Nach Darstellung der Wirtschaftskammer Österreich muss die Anwendung der Maßnahmen nicht gesondert dokumentiert werden; sie kann bei einer Kontrolle durch Augenschein nachgewiesen werden [6]. Fragen Sie im Zweifel Ihre örtliche Lebensmittelüberwachung, welche Nachweise sie erwartet. Der Richtwert für verzehrfertige Pommes frites liegt bei 500 μg/kg [5][7]. Das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt Stuttgart hat von 2018 bis 2023 in Baden-Württemberg 48 Pommes-Proben untersucht. Der Median lag bei 150 μg/kg, vier Proben überschritten den Richtwert [7].

Beim Frittierfett achtet die Lebensmittelüberwachung auf den Fettverderb. Als verdorben gilt Fett ab 24 Prozent polaren Anteilen oder 12 Prozent polymeren Triglyceriden [8]. Das Bayerische Landesamt empfiehlt Fette mit mindestens 60 Prozent einfach ungesättigten und weniger als 20 Prozent mehrfach ungesättigten Fettsäuren, weil sie hitzestabiler sind [8]. Fragen Sie Ihren Großhändler nach dem Fettsäureprofil der angebotenen Frittieröle. Ein günstigeres Öl, das schneller gewechselt werden muss, kann pro Portion teurer sein.

Mehr zu TK-Pommes, TK-Brot und Tiefkühllogistik lesen Sie im Ratgeber Tiefkühlkost-Großhandel.

Hygiene: Spieß, Kühlung und Kennzeichnung

Dönerspieße werden meist tiefgefroren und verpackt an Imbisse geliefert. Der Zweckverband Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt Jena-Saale-Holzland nennt dafür folgende Regeln [9]:

  • In der Tiefkühltruhe gilt immer −18 °C oder kälter. Eine Temperaturanzeige oder ein Thermometer im Gerät ist erforderlich.
  • In Pausen muss der Spieß bei unter 7 °C gelagert werden, also im Kühlschrank oder in der Kühlzelle.
  • Nach dem Auftauen ist der Spieß sofort zu verbrauchen. Ein Restspieß wird am Ende des Tages entsorgt oder vollständig abgebraten. Erneutes Einfrieren ist nicht zulässig.
  • In leicht erreichbarer Nähe muss ein Handwaschbecken mit warmem Wasser, Flüssigseife und Papiertüchern vorhanden sein.

Diese Regeln wirken sich direkt auf den Einkauf aus. Die Spießgröße sollte zum Tagesabsatz passen, denn angetaute Reste lassen sich nicht zurücklegen. Kleinere Spieße kosten je Kilo oft mehr, können aber weniger Verlust bedeuten. Prüfen Sie außerdem, ob Ihre Tiefkühlkapazität für den Lieferrhythmus des Produzenten reicht.

Auf Speisekarte, Aushang, Flyer und Website müssen Allergene und bestimmte Zusatzstoffe angegeben werden. Zusatzstoffe erscheinen mit ihrem Klassennamen, zum Beispiel "mit Antioxidationsmittel" [2]. Die Details regeln die Lebensmittelinformations-Durchführungsverordnung (LMIDV) und die Lebensmittelzusatzstoff-Durchführungsverordnung (LMZDV) [2]. Bestehen Sie deshalb bei jedem neuen Artikel auf einem vollständigen Produktdatenblatt. Das gilt besonders für Saucen, Käse und Spieße. Die Grundlagen der Allergenkennzeichnung erklärt der Ratgeber Allergenmanagement im Lebensmittelgroßhandel.

Verpackung: Was seit dem 12. August 2026 gilt

Am 12. August 2026 hat das Verpackungsrecht-Durchführungsgesetz (VerpackDG, BGBl. 2026 I Nr. 207) das bisherige Verpackungsgesetz abgelöst. Es ergänzt die EU-Verpackungsverordnung (EU) 2025/40, kurz PPWR [10]. Für Imbisse sind vier Punkte wichtig.

1. Mehrwegangebotspflicht. Wer Speisen in Einwegkunststoff-Lebensmittelverpackungen oder Getränke in Einwegbechern zum Mitnehmen abgibt, muss dieselben Waren auch in Mehrwegverpackungen anbieten. Die Mehrwegvariante darf nicht teurer sein und nicht zu schlechteren Bedingungen angeboten werden. Gut sichtbare Hinweisschilder sind Pflicht, bei Lieferungen ein Hinweis im jeweiligen Bestellmedium (§ 60 VerpackDG) [11]. Die Pflicht besteht in dieser Form seit dem 1. Januar 2023, damals nach §§ 33 und 34 VerpackG [12].

2. Erleichterung für kleine Betriebe. Betriebe mit insgesamt höchstens fünf Beschäftigten und höchstens 80 Quadratmetern Verkaufsfläche können die Pflicht auch erfüllen, indem sie mitgebrachte Behälter der Kundschaft befüllen. Bei Lieferdiensten zählen Lager- und Versandflächen zur Verkaufsfläche. Teilzeitkräfte bis 20 Wochenstunden zählen mit 0,5, bis 30 Wochenstunden mit 0,75 (§ 61 VerpackDG) [13].

3. Registrierung und Systembeteiligung. Dönerboxen, Pizzakartons oder Tragetaschen, die erst im Imbiss befüllt werden, sind Serviceverpackungen. Nach § 7 Abs. 2 VerpackDG kann der Betrieb von seinem Lieferanten verlangen, dass dieser die unbefüllten Serviceverpackungen an einem dualen System beteiligt, und sich das bestätigen lassen. Zur eigenen Registrierung bei der Zentralen Stelle Verpackungsregister bleibt der Imbiss aber selbst verpflichtet [14]. Registriert wird im Portal LUCID unter verpackungsregister.de [15]. Kaufen Sie Verpackungen deshalb bei einem Großhändler, der die Systembeteiligung schriftlich bestätigt.

4. Einweg-Kunststoff und Einwegkunststofffonds. Seit dem 3. Juli 2021 sind unter anderem Einwegbesteck, Trinkhalme und Styroporbehälter aus dem Verkehr genommen; Restbestände durften abverkauft werden [12]. Die Abgabe an den Einwegkunststofffonds zahlen die Hersteller, die solche Produkte erstmals in Deutschland auf den Markt bringen, nicht der Imbiss, der sie befüllt [16]. Seit November 2025 fallen Lebensmittelbehälter, Tüten und Folienverpackungen mit mehr als 500 Gramm Inhalt nicht mehr unter das Fondsgesetz [17].

Was als Nächstes kommt:

Datum Pflicht Quelle
seit 12.08.2026 Grenzwerte für PFAS in Lebensmittelkontaktverpackungen; schriftliche Konformitätsnachweise der Lieferanten einholen und aufbewahren [18]
ab 12.02.2027 Befüllung von Behältnissen, die Kunden selbst mitbringen (Art. 32 PPWR) [19]
ab 12.02.2028 Mehrwegbehältnisse für Speisen und Getränke zum Mitnehmen bereitstellen (Art. 33 PPWR) [19]
ab 01.01.2030 Keine Einwegkunststoffverpackungen für Speisen und Getränke zum Verzehr im Lokal; Verbot von Einzelportionsverpackungen aus Kunststoff, etwa für Saucen [19]

Das Verbot ab 2030 betrifft Imbisse mit Sitzplätzen direkt. Saucen in Kunststoff-Portionsbechern oder Pommes-Schalen aus Kunststoff für den Verzehr am Tisch müssen bis dahin ersetzt werden. Sprechen Sie Ihren Verpackungslieferanten früh auf Alternativen an.

Lieferantentypen für Imbiss und Pizzeria

Dönerproduzenten und Döner-Großhandel. Sie stellen Spieße selbst her oder handeln damit und liefern in der Regel direkt an Imbisse. Im Verzeichnis gehören dazu zum Beispiel der Döner&Fleisch Großhandel Özgün Deniz Çam in Frankfurt am Main, Celik Döner Fleischgroßhandel und ONLY Helal Döner Produktion in Hamburg, Firat Dönerproduktion in Bochum und Öztürk Döner Produktion in Waldburg. Mesopotamia Food in Mönchengladbach führt neben Drehspießen auch Käse, Snacks, Maschinen, Ersatzteile und Verpackungsmaterial.

Imbiss- und Gastronomiegroßhändler. Sie bündeln Tiefkühlware, Trockensortiment, Saucen, Getränke und Verpackung, oft mit eigener Auslieferung. Beispiele aus dem Ruhrgebiet und Westfalen: Die MELEDI-Märkte, etwa in Dortmund, führen Halal-Produkte sowie Pizzakartons, Tragetaschen, Döner- und Hamburgerboxen. Gali Gastronomie in Hagen nennt Imbissbedarf, Pizzaverpackungen und Einwickelpapier sowie Marken wie Aviko und Wernsing. AF Pack in Wuppertal führt unter anderem TK-Döner, TK-Pommes, TK-Brot und TK-Schnitzel. Itimat Lebensmittel in Gelsenkirchen ist Geflügelspezialist und stellt Mayonnaise sowie Döner, Schnitzel, Nuggets und Bratwurst unter eigener Marke her. GREEN! Lebensmittelgroßhandel in Duisburg liefert Imbissen Pommes, Mayonnaise, Currysauce, Bratwurst und Schnitzel, passend auch für den Mittagstisch mit deutscher Küche.

Verpackungsspezialisten. Für Non-Food-Artikel lohnt ein eigener Lieferant, wenn der Vollsortimenter die Mehrwegfrage nicht abdeckt. Sedullat in Solingen führt seit 1978 To-go-Verpackungen, Einweggeschirr und Mehrwegsysteme. DostPack in Saarbrücken hat sich auf Verpackungen für Gastronomie und Imbiss spezialisiert.

Türkische und orientalische Großhändler. Fladenbrot-Zutaten, Ayran, Hirtenkäse, Gewürze und Süßwaren kommen oft von Importeuren. Beispiele sind Ikram Lebensmittel in Berlin und die AK-PA Handels GmbH in Velbert. Weitere Anbieter finden Sie unter türkisch-orientalische Lebensmittel.

Abholmarkt (Cash & Carry). Für kurzfristige Nachkäufe und kleine Mengen ist ein Abholmarkt die Ergänzung zum Lieferanten. Wer Softeis oder Eisspezialitäten anbietet, findet Zutaten und Zubehör bei Großhändlern mit Eisbedarf, zum Beispiel Merten & Pusch in Dortmund.

Händler mit Zustellung in Ihrer Region finden Sie über den Filter Lieferservice.

Kalkulation und Konditionen

Die Kalkulation im Imbiss steht und fällt mit dem Wareneinsatz je Portion. Rechnen Sie jedes Gericht einzeln durch:

Wareneinsatz je Portion = Fleisch (Gramm × Kilopreis, geteilt durch die Ausbeute nach Garverlust und Abschnitt) + Brot + Salat und Gemüse + Sauce + Käse + Verpackung (Box, Serviette, Tüte)

Drei Punkte werden häufig unterschätzt:

  • Ausbeute beim Spieß: Garverlust und Reste am Tagesende nach den Hygieneregeln oben erhöhen den tatsächlichen Kilopreis. Vergleichen Sie Spießangebote daher nach Kosten je verkaufter Portion.
  • Verpackung: Bei Lieferung und Mitnahme ist die Verpackung ein fester Teil des Wareneinsatzes. Die Mehrwegalternative darf nicht teurer sein als Einweg [11]. Pfandlösungen sollten Sie deshalb vorab durchrechnen.
  • Umsatzsteuer: Seit dem 1. Januar 2026 gilt für Restaurant- und Verpflegungsdienstleistungen dauerhaft der ermäßigte Satz von 7 Prozent, egal ob im Lokal gegessen oder mitgenommen. Getränke bleiben bei 19 Prozent [20][21]. Menüs mit Getränk müssen Sie deshalb aufteilen.

Konditionen wie Mindestbestellwert, Liefergebühr und Zahlungsziel vergleichen Sie am besten mit dem Leitfaden zu Preistransparenz und Konditionen. Viele Imbisse fahren mit zwei festen Lieferanten gut, einem für Fleisch und einem für den Rest, ergänzt um einen Abholmarkt. So bleiben die Mindestbestellwerte erreichbar und es gibt eine Ausweichmöglichkeit, wenn eine Lieferung ausfällt.

Checkliste für die Lieferantenauswahl

  • Etikett oder Spezifikation jedes Spießtyps liegt vor, die Bezeichnung für die Speisekarte ist geklärt.
  • Halal-Zertifikat liegt vor, wenn Sie mit Halal werben.
  • Produktdatenblätter mit Allergenen und Zusatzstoffen gibt es für Saucen, Käse, Brot und Spieße.
  • Die Tiefkühlkapazität passt zu Lieferrhythmus und Spießgröße.
  • Zubereitungsangaben für TK-Pommes sind bekannt, die Fritteuse ist auf höchstens 175 °C eingestellt, eine Farbskala hängt aus.
  • Fettsäureprofil des Frittieröls ist bekannt, ein Schnelltest für polare Anteile ist vorhanden.
  • Der Verpackungslieferant bestätigt die Systembeteiligung schriftlich, die eigene LUCID-Registrierung ist erledigt.
  • Eine Mehrwegalternative und das Hinweisschild sind vorhanden. Kleine Betriebe bieten mindestens die Befüllung mitgebrachter Behälter an.
  • PFAS-Konformitätserklärungen für Kartons, Papiere und Boxen liegen vor.
  • Umstieg für Portionsbecher und Einweggeschirr im Lokal bis 2030 ist geplant.

Häufige Fragen

Wo kauft ein Imbiss am günstigsten ein? Einen pauschal günstigsten Einkaufsweg gibt es nicht. Viele Imbisse kombinieren einen Dönerproduzenten oder Fleischgroßhändler, der die Spieße liefert, mit einem Imbiss- oder Gastronomiegroßhändler für Pommes, Saucen, Käse und Verpackung sowie einem Abholmarkt für Nachkäufe. Vergleichen Sie Preise je Portion inklusive Verpackung und Lieferkosten, nicht nur Listenpreise je Kilo.

Was darf in einem Dönerspieß sein, der als "Döner Kebab" verkauft wird? Nach Nummer 2.1.4.2 der Leitsätze für Fleisch und Fleischerzeugnisse besteht Döner Kebab aus dünnen Fleischscheiben von Schaf- und/oder Rindfleisch auf einem Drehspieß. Der Hackfleischanteil beträgt höchstens 60 Prozent. Außer Salz und Gewürzen sowie gegebenenfalls Eiern, Zwiebeln, Öl, Milch und Joghurt enthält er keine weiteren Zutaten. Hähnchen- oder Puten-Döner enthält kein Hackfleisch, der Hautanteil liegt bei höchstens 18 Prozent.

Muss mein Imbiss Mehrwegverpackungen anbieten? Wer Speisen in Einwegkunststoff-Lebensmittelverpackungen oder Getränke in Einwegbechern zum Mitnehmen abgibt, muss nach § 60 VerpackDG auch eine Mehrwegalternative anbieten, die nicht teurer sein darf. Betriebe mit höchstens fünf Beschäftigten und höchstens 80 Quadratmetern Verkaufsfläche können die Pflicht nach § 61 VerpackDG auch erfüllen, indem sie mitgebrachte Behälter der Kundschaft befüllen.

Muss sich ein Imbiss im Verpackungsregister LUCID registrieren? Ja, wer Serviceverpackungen wie Dönerboxen oder Pizzakartons befüllt und abgibt, bleibt nach § 7 Abs. 2 VerpackDG zur eigenen Registrierung bei der Zentralen Stelle Verpackungsregister verpflichtet. Die Systembeteiligung, also die Lizenzierung der Verpackungen, kann er vom Lieferanten der unbefüllten Verpackungen verlangen und sich bestätigen lassen.

Wie heiß darf die Fritteuse für Pommes sein? Für Gastronomiebetriebe sieht die Acrylamid-Verordnung (EU) 2017/2158 Minimierungsmaßnahmen vor. Dazu gehört, Pommes frites bei höchstens 175 °C zu frittieren, Tiefkühlware nach Herstellerangaben zuzubereiten und den gewünschten Bräunungsgrad mit einer Farbskala zu kontrollieren. Der Richtwert für verzehrfertige Pommes frites liegt bei 500 μg Acrylamid je Kilogramm.

Wann muss ich das Frittierfett wechseln? Spätestens, wenn es verdorben ist. Die amtliche Lebensmittelüberwachung beurteilt Frittierfett ab 24 Prozent polaren Anteilen oder 12 Prozent polymeren Triglyceriden als verdorben. Sensorische Warnzeichen sind ein kratzender, beißender oder verbrannter Geruch und Geschmack. Schnelltests für polare Anteile helfen, den Wechselzeitpunkt im Alltag zu bestimmen.

Quellen

  1. Deutsche Lebensmittelbuch-Kommission / BMLEH: Leitsätze für Fleisch und Fleischerzeugnisse, Neufassung vom 14.04.2022, zuletzt geändert am 07.11.2024, Nr. 2.1.4.2 Döner Kebab. https://www.bmleh.de/SharedDocs/Downloads/DE/_Ernaehrung/Lebensmittel-Kennzeichnung/LeitsaetzeFleisch.pdf?__blob=publicationFile&v=2 (Abruf: 2026-09-28)
  2. Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit: Merkblatt des ALTS zur Kennzeichnung von "Döner Kebab" und "ähnlichen" Erzeugnissen, Stand 8/2026. https://www.lgl.bayern.de/downloads/lebensmittel/doc/merkblatt_doener_kebab.pdf (Abruf: 2026-09-28)
  3. Landratsamt Ilm-Kreis: Merkblatt "Döner Kebab oder Drehspieß", Stand 2023-11-02. https://www.ilm-kreis.de/media/custom/2778_4142_1.PDF?1698919640= (Abruf: 2026-09-28)
  4. BMLEH: Weniger Acrylamid in Lebensmitteln - erstmals verbindliche Regelungen. https://www.bmleh.de/DE/themen/verbraucherschutz/lebensmittelsicherheit/rueckstaende-und-kontaminaten/acrylamid.html (Abruf: 2026-09-28)
  5. BVL: Acrylamid - EU-Minimierungskonzept. https://www.bvl.bund.de/DE/Arbeitsbereiche/01_Lebensmittel/02_UnerwuenschteStoffeOrganismen/04_Acrylamid/03_Minimierungskonzept/lm_acrylamid_minimierungskonzept_node.html (Abruf: 2026-09-28)
  6. Wirtschaftskammer Österreich: Die Acrylamid-Verordnung (EU) 2017/2158 im Gastgewerbe. https://www.wko.at/oe/tourismus-freizeitwirtschaft/gastronomie/acrylamide (Abruf: 2026-09-28)
  7. CVUA Stuttgart: 5 Jahre EU-Acrylamid-Verordnung. https://www.ua-bw.de/pub/beitrag.asp?subid=1&Thema_ID=2&ID=3941 (Abruf: 2026-09-28)
  8. Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit: Qualität von Frittierfett. https://www.lgl.bayern.de/lebensmittel/warengruppen/wc_13_fette_oele/et_qualitaet_frittierfett.htm (Abruf: 2026-09-28)
  9. Zweckverband Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt Jena-Saale-Holzland: Informationsblatt Hygiene und Kennzeichnung beim Dönerverkauf, Stand 2020-06-03. https://zvl.jena.de/system/files/2020-08/D%C3%B6ner_Hygiene_Kennz.pdf (Abruf: 2026-09-28)
  10. Verpackungsrecht-Durchführungsgesetz (VerpackDG), BGBl. 2026 I Nr. 207, in Kraft seit 12.08.2026. https://www.gesetze-im-internet.de/verpackdg/ (Abruf: 2026-09-28)
  11. § 60 VerpackDG - Wiederverwendbare Alternative für Einwegkunststofflebensmittelverpackungen und Einweggetränkebecher. https://www.gesetze-im-internet.de/verpackdg/__60.html (Abruf: 2026-09-28)
  12. IHK Region Stuttgart: Mehrwegpflicht für Gastronomie / Verbot von Einwegkunststoffen. https://www.ihk.de/stuttgart/branchen/tourismus/verbot-einwegkunststoffe-5163990 (Abruf: 2026-09-28)
  13. § 61 VerpackDG - Erleichterungen für kleine Unternehmen und für Verkaufsautomaten. https://www.gesetze-im-internet.de/verpackdg/__61.html (Abruf: 2026-09-28)
  14. § 7 und § 6 VerpackDG - Systembeteiligungspflicht; Registrierung. https://www.gesetze-im-internet.de/verpackdg/__7.html und https://www.gesetze-im-internet.de/verpackdg/__6.html (Abruf: 2026-09-28)
  15. IHK Karlsruhe: VerpackDG - Deutsches Verpackungsgesetz novelliert. https://www.ihk.de/karlsruhe/fachthemen/umwelt/abfall/neues-verpackungsgesetz/verpackdg-deutsches-verpackungsgesetz-novelliert-7128006 (Abruf: 2026-09-28)
  16. Umweltbundesamt: Einwegkunststofffonds. https://www.umweltbundesamt.de/ewkf (Abruf: 2026-09-28)
  17. Umweltbundesamt: UBA führt 500-Gramm-Schwelle für Einwegkunststoffverpackungen ein. https://www.umweltbundesamt.de/themen/uba-fuehrt-500-gramm-schwelle-fuer (Abruf: 2026-09-28)
  18. Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz: EU-Verpackungsverordnung (PPWR). https://www.hwkno.de/artikel/eu-verpackungsverordnung-ppwr-76,0,16002.html (Abruf: 2026-09-28)
  19. IHK Braunschweig: Welche Regeln bringt die neue EU-Verpackungsverordnung? https://www.ihk.de/braunschweig/beratung-und-service/umwelt-und-energie/umwelt/verpackungen/welche-regeln-bringt-die-neue-eu-verpackungsverordnung--7113938 (Abruf: 2026-09-28)
  20. § 12 Abs. 2 Nr. 15 Umsatzsteuergesetz. https://www.gesetze-im-internet.de/ustg_1980/__12.html (Abruf: 2026-09-28)
  21. Zentralverband des Deutschen Handwerks: Ermäßigter Umsatzsteuersatz für die Gastronomie ab 1.1.2026. https://www.zdh.de/ueber-uns/fachbereich-steuern-und-finanzen/umsatzsteuer/ermaessigter-umsatzsteuersatz-fuer-die-gastronomie-ab-112026/ (Abruf: 2026-09-28)

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